Ein Sommer so wie damals

Karl Rich macht Indie-Pop zwischen schnellen Gitarren, Rap-Strophen und Punk-Energie. Angefangen hat er als Schlagzeuger in Bands und einem “dörflichen Musikverein”. Heute spielt er außerdem Gitarre, Bass und Keyboard und produziert seine Songs selbst in seinem kleinen Schlafzimmerstudio.

Bei Fritz Unsigned stand Karl Rich gemeinsam mit Immerlea im Studio. Die beiden machen zusammen aber auch solo Musik. Karl ist Producer für die Immerlea-Songs. Ihr erster gemeinsamer Song „Wilde Kerle“ wurde zugleich ihre bislang erfolgreichste Kollabo.

Keine Lust auf Arbeit, Lust auf Sommer

Die Idee zum Song entstand nicht im Urlaub, sondern als er eigentlich was anderes zu tun hatte…

“Ich war auf Arbeit und hatte gar keine Lust zu arbeiten. Ich wollte einfach nur rausgehen mit meinen Freunden, kicken, eine gute Zeit haben. Dann habe ich zurückgedacht, wie das als Kind war. Dieses Gefühl wollte ich in dem Song transportieren”
— Karl Rich bei Fritz Unsigned

Der Titel ist eine direkte Hommage an die Kinder-Filmreihe „Die Wilden Kerle“ aus den 00er Jahren. Im Gespräch sind sich Karl und Lea zwar einig, dass die Teile wirklich nicht besonders gut gealtert sind, aber die Erinnerung an das Lebensgefühl, das in ihnen steckte, die ist noch wach: Endlose Sommerferien, unkaputtbare Freundschaft, Fußball und Tage, die überall hinführen können.

“Ich war unfassbarer ‚Wilde Kerle‘-Fan. Vanessa habe ich geliebt. Ich fand das ganz, ganz toll. Auch wenn man sich die Filme heute nicht mehr ganz sooo gut angucken kann.”
— Immerlea bei Fritz Unsigned

Karl Rich legt aber noch einen drauf: Er hatte als Kind sogar die Bettwäsche und die T-Shirts zu den Filmen. Aus dieser gemeinsamen Erinnerung wurde eine neue Version der alten Kinderzimmer-Hymne: für wilde Kerle, wilde Mädchen und alle dazwischen. Die Sehnsucht nach früher ist aber nicht reine Nostalgie. Sie wirft auch ein Schlaglicht aufs Heute, wo diese Unbeschwertheit abhanden gekommen ist. Warum eigentlich...? Geht das nicht auch wieder anders…?

Gute Laune mit zweitem Boden

Bei Karl Rich gehts nie immer nur um Party und Loslassen. Er verbindet Feiern, Freiheit und Liebesgeschichten mit gesellschaftskritischen Texten. Auch sein Titel „Immer Frühling“ klingt erstmal nach Park, Freibad und warmen Nächten. Im Song steckt der Wunsch, dem Druck zu entkommen und nicht auszubrennen. In „Lola rennt“ flieht Karl vor Instagram, Mails, Dating-Apps, Nachrichten und schließlich vor sich selbst. Die Songs funktionieren als Festivalrefrains, erzählen aber von Überforderung, von Zukunftssorgen und dem Wunsch nach einem freieren Leben.

Diese Mischung ist Absicht. Karl hat ihr auf einem Tape von 2024 schon mal den Titel „Anarchy & Lovesongs“ verpasst. Unvermittelt zwischendurch in seinen Songs fallen dann auch mal Zeilen wie “Ich will immer / Für alle faire Mieten / Ich will immer / Die ganze AfD verbieten”.

Musikalisch treffen seine Hip-Hop- und Trap-Einflüsse auf Punk; besonders Die Ärzte hätten ihn geprägt. Ernsthafte Themen will er nicht feierlich vortragen, sondern in Songs verpacken, die sofort Energie entwickeln. Sein Maßstab dafür ist nicht nachdenkliche Stille im Publikum, sondern das Gegenteil:

“Ich will, dass die Leute einfach mitsingen, sodass die Crowd lauter ist als ich selbst. Dann kriege ich direkt Gänsehaut. Das ist das schönste Gefühl überhaupt.”
— Karl Rich bei Fritz Unsigned

Mehrere Songs haben bereits sechsstellige Streamingzahlen erreicht. Von der Musik leben kann Karl Rich zwar bisher noch nicht. Aber der Plan dahin steht: Mehr Songs veröffentlichen, mehr Konzerte spielen und dranbleiben.


Karl Rich & Immerlea - Interview & Liveset - Fritz Unsigned mit Christoph Schrag 2026-09-20
Christoph Schrag

Credits: Show: Fritz Unsigned

Alejandro Molinari bei: Youtube // Insta // TikTok // Spotti // Music // Home

AI assisted